Schutzrecht zur Gewinnung seltener Erden an Freiberger Firma verkauft

Insgesamt 53 Erfindungen an sächsischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen hat die Sächsische Patentverwertungsagentur (SPVA) im vergangenen Jahr im Verbund Sachsenpatent bewertet und verwertet. Eines der erfolgreich verwerteten Schutzrechte kam von der Technischen Universität Bergakademie Freiberg.

An der Freiberger Universität haben Wissenschaftler ein Verfahren zur Rückgewinnung seltener Erden entwickelt. Diese Rohstoffe sind für viele Hightech-Produkte wie Smartphones, Notebooks und Elektromotoren unerlässlich. Zwar können seltene Erden vor allem in China noch abgebaut werden, allerdings entwickeln sich umweltschonende Verfahren, wie beispielsweise das Recycling von Altmetallen, zu einem ernst zu nehmenden Prozess. Die technische Lösung der Freiberger Erfinder zur Rückgewinnung seltener Erden ermöglicht einen säurefreien Aufschluss der Metalle bei wesentlich niedrigeren Temperaturen als entsprechende prometallurgische Recyclingverfahren. Das Schutzrecht für dieses Verfahren hat die Technische Universität Bergakademie Freiberg gemeinsam mit der SPVA an ein Freiberger Unternehmen verkauft.

Von der Erfindungsidee bis zur komplexen wirtschaftlichen Verwertung am Markt ist es ein langer Weg. Um Wissenschaftler und Forscherteams dabei zu unterstützen, begleitet die SPVA Patentverwertungsprojekte der sächsischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen. So konnten mit Hilfe der Innovationsmanager der SPVA im Jahr 2014 insgesamt 53 Erfindungen erfolgreich bewertet und verwertet werden. Die Verwertungserlöse haben sich im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. Das geht aus dem internen Projektbericht des Verbundes Sachsenpatent hervor, mit dem die SPVA seit 2002 eng zusammen arbeitet.

Der unmittelbare Austausch mit Unternehmen dient der Vermarktung akademischer Ideen und Erfindungen in Form von Lizensierungen, Patentverkäufen oder der Weiterentwicklung von Technologien in industrieller Zusammenarbeit. „Die direkte Ansprache von ausgewählten Unternehmen stellt einen Kernbereich unserer Verwertungsaktivitäten dar“, so die Leiterin der SPVA Beate-Victoria Ermisch. Die SPVA hat dafür gemeinsam mit der Technischen Universität Dresden, der Industrie- und Handelskammer und der Handwerkskammer Dresden ein Konzept entwickelt, um regionale Unternehmen noch gezielter anzusprechen und mit Wissenschaftlern und Erfindern zusammenzubringen. Mit der Veranstaltungsreihe Offenes Institut haben die Partner ein Format gefunden, in dem Professoren der Institute ihre Forschungsergebnisse und Schutzrechte branchenrelevanten Unternehmen und Interessenten aus der Wirtschaft vor Ort im Labor vorstellen.

Auch die anderen sieben Partner im Verbund Sachsenpatent, die TU Chemnitz, die Universität Leipzig, die Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden, die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, die Hochschule Zittau/Görlitz sowie die beiden nichtuniversitären Einrichtungen , Leibniz-Institut für Troposphärenforschung Tropos Leipzig e.V. und Helmholtzzentrum Dresden-Rossendorf e.V., haben unter Projektleitung der Technischen Universität Chemnitz ihre abgestimmte Erfinder- und Schutzrechtstätigkeit im Berichtszeitraum erfolgreich fortgesetzt. „Die Zusammenarbeit mit den Verbundpartnern ist stabil“, sagt Beate-Victoria Ermisch, Leiterin der SPVA. „Das Projekt Sachsenpatent könnte allerdings noch intensiver für den fachlichen Informationsaustausch zur Erfinder- und Schutzrechtsarbeit an den Hochschulen und Forschungseinrichtungen genutzt werden.“

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) und die kofinanzierenden Länder unterstützen mit dem Programm „Schutz von Ideen für die gewerbliche Nutzung (signo)“ bundesweit die rechtliche Sicherung und wirtschaftliche Verwertung innovativer Ideen aus öffentlich finanzierter Forschung. Im Rahmen der Verwertungsoffensive arbeitet der Verbund SachsenPatent gemeinsam mit der SPVA daran, die Anzahl der Erfindungen und Verwertungen aus dem Hochschulbereich zu erhöhen.

Das Dienstleistungsangebot der SPVA, ein Tochterunternehmen der GWT-TUD GmbH, reicht von der Bewertung einer Erfindung in Bezug auf die Vermarktungschancen über die Ausarbeitung einer Verwertungsstrategie bis zum Marketingkonzept sowie der Kunden- und Herstellersuche. Die SPVA begleitet Patentverwertungsprojekte insbesondere in den Bereichen Automotive, Bahn-, Luft- und Raumfahrttechnik, Elektro-/Energietechnik, Maschinen- und Anlagenbau, Material- und Werkstoffwissenschaften, Medizin/Medizintechnik u.a.

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